Historische Bilder aus der Grafschaft Glatz (Schlesien)

Kreis Glatz

Hassitz

Schloß zu Hassitz
Schloß zu Hassitz.
in „Album der Grafschaft Glatz oder Abbildungen der Städte, Kirchen, Kloster, Schlösser und Burgen derselben, von mehr als 150 Jahren“ von Friedrich August Pompejus, um 1860
Digitalisat: Śląska Biblioteka Cyfrowa
(auch in „Tausend Jahre Glatz“ von Jörg Marx, Leimen 1982)

Mehrfach-Ansichtskarte
Schäferberg Aussichtsturm - Glatz Totalansicht
Gasthaus Unter den Linden, Inh. E. Gremler
Schloss Hassitz
(aus der Sammlung von Manfred Kunze)

Paul Weiss's Restaurant
Paul Weiss's Restaurant mit Garten-Etablissement
Hauptbahnhof Glatz
(aus der Sammlung von Manfred Kunze)

Jugendhof Hassitz

Der Jugendhof Hassitz entstand auf Initiative von Richard Poppe (1884–1960), einem Latein- und Deutschlehrer aus Waldenburg. Er war einer der Hauptakteure der Erneuerung der Gesangsbewegung in Deutschland. An dieser Stelle befand sich ein ehemaliges Gasthaus, das 1922 vom Jugendherbergsverband übernommen und 1926 als Jugendhof Hassitz eröffnet wurde. 1933 übernahm die Hitlerjugend die Einrichtung und änderte deren Profil.
Ab 1946 wurde in diesem Gebäude eine Krankenpflegeschule eingerichtet. Bereits nach einem halben Jahr Ausbildung absolvierten die Mädchen Praktika und Dienstschichten in den Krankenhäusern von Kłodzko. Nach dem Umzug dieser Schule im Jahr 1953 wurde hier ein Kinderheim eröffnet, das etwa 20 Jahre lang bestand.
Nach 1975 wurde in dem Gebäude die Geriatrieabteilung des Kreiskrankenhauses eingerichtet, die ihre Tätigkeit um die Jahrtausendwende einstellte. Derzeit befindet sich hier das Jugend-Sozialtherapiezentrum in Kłodzko, das unter der Aufsicht des Landratsamtes Kłodzko steht.

Quelle: polska-org.pl

Richard Poppe stammte aus Halle an der Saale, wo er am 2. August 1884 geboren wurde. Er ging aber schon 1910 nach Schlesien, als junger Oberlehrer der deutschen Sprache und des Lateins. Dank seiner Tatkraft entsteht im Bezirk Breslau das Jugendherbergswerk. 1916 war er Mitbegründer des Vereins Wandervogel Waldenburg.

Mit dem Jugendhof Hassitz bei Glatz gründete Poppe 1926 einen Ort, an dem er seine Idealen von einem gemeinschaftlichen Leben und kultureller Arbeit konzentrieren konnte. Poppe machte den Jugendhof auch zu einem Ort allgemeiner Kulturarbeit mit Laienspielen, Volkstanz und Werkarbeiten. Neben seiner eigenen oft erwähnten Ausstrahlungskraft waren es u.a. Kollegen wie Alfred Rosenthal-Heinzel als Singleiter, die den Jugendhof überregional bekannt machten.
Ein schwerer Autounfall im Jahr 1931 machte Poppe lebenslang gehbehindert. Die Enteignung des Jugendhofs Hassitz mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 war für Poppe ein tiefgreifender Einschnitt; der Hof wurde für Zwecke der Hitlerjugend weitergenutzt. Poppe selbst wurde nach eigenen Angaben für „politisch unzuverlässig“ erklärt und litt unter Anfeindungen und Arbeitsbehinderungen. 1943 trat Poppe vorzeitig in den Ruhestand. 1945 floh er aus Breslau zunächst nach Greiffenberg, dann weiter nach Rothenburg ob der Tauber.
Am 27. Dezember 1960 wurde Poppe in Creglingen/Tauber nach schweren Operationen vom Tod erlöst.

Quelle: Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein

Jugendhof Hassitz
Jugendhof Hassitz
Quelle: Internetauktion

Jugendhof Hassitz
Jugendhof Hassitz
Quelle: AdJb, A 228, Nr. 4096

Festhalle des Jugendhofes Hassitz mit Orgelempore
Festhalle des Jugendhofes Hassitz mit Orgelempore
Quelle: AdJb, A 228, Nr. 4095

Richard Poppe
Richard Poppe

Speisesaal des Jugendhofes Hassitz, um 1925
Speisesaal des Jugendhofes Hassitz, um 1925
Foto: Verlag Dipl.-Ing. Irenäus Popp, Glatz
Quelle: Internet-Auktion

Blick von der Dorfstraße zum Jugendhof Hassitz
Blick von der Dorfstraße zum Jugendhof Hassitz
Quelle: Facebook

Jugendhof Hassitz, um 1928
Jugendhof Hassitz, um 1928
Quelle: Internet-Auktion

 

 

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Erste Version vom 19.08.2003, letzte Aktualisierung am 05.05.2026.