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1825 gründete Hermann Dietrich Lindheim in Ullersdorf die erste mechanische Flachsgarnspinnerei Europas. Nachfolgend errichtete er eine mechanische Werkstatt sowie eine Eisengießerei und erbaute in den 1840er-Jahren eine Leinen- und Hanfspinnerei. Zudem errichtete er für die Werksangehörigen Wohnungen und Häuser. Durch die Schaffung von über 900 Arbeitsplätzen begann ein wirtschaftlicher Aufschwung.
Anfangs wurde die Spinnerei unter der Firma „Gebr. Lindheim“ betrieben. Der Gründer hatte ursprünglich den jüdischen Namen: Heymann David Levy, dann obiger christlicher Name; er lebte vermutlich ab 1840 in Wien.
Nach 1860 wird die Spinnerei von dessen Söhnen an Friedrich Eduard von Löbbecke verkauft; die Tochter Clementine Lindheim (1831-1884) war seit 20.11.1850 mit Hugo von Löbbecke verheiratet. Der Firmenname ändert sich in „Ullersdorfer Flachsgarn-Spinnerei, Hugo von Löbbecke“. Um 1900 ist „Hugo v. Löbbecke“ auch als Brennerei und Gasanstalt angegeben. Ab den 1920er Jahren hatte die Fabrik einen Gleisanschluß. Die Firma wird in manchen Quellen auch als Baumwollspinnerei bezeichnet.
Nach dem Krieg wurde der Betrieb als Leinenfabriken „ZPL Lech“ fortgeführt. Unterfinanzierung und der Mangel an neuen Technologien führten in den folgenden Jahren zum langsamen Niedergang von ZPL Lech, was sich beispielsweise darin zeigte, dass noch mit Maschinen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gearbeitet wurde. Der Wendepunkt kam in den 1990er Jahren, als das Werk infolge der wirtschaftlichen Transformation geschlossen wurde.
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