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Die Schlacht am Roten Berge bei Altwilmsdorf

Am 27. Dezember 1428 starb Johann von Münsterberg in den Hussitenkriegen

Die Schlacht am Roten Berge bei Altwilmsdorf am 27. Dezember 1428
Die Schlacht am Roten Berge bei Altwilmsdorf
am 27. Dezember 1428
(Gemälde von Robert Hauk im Museum des Glatzer Landes)

 

Die Schlacht bei Altwilmsdorf (poln. Bitwa pod Starym Wielisławiem, tschech. Bitva u Staré Jesenice) fand während der Hussitenkriege statt. Sie wurde am 27. Dezember 1428 am Roten Berge bei Altwilmsdorf (Stary Wielisław) in der Grafschaft Glatz ausgetragen.

Vom Hummelschloss (Zamek Homole) aus, das die Hussiten besetzt hielten, unternahmen sie mehrere Einfälle in das Glatzer Land und nach Schlesien. Um gegen die Einfälle der Hussiten gerüstet zu sein, schloss der Münsterberger Herzog Johann I. bereits 1424 ein Bündnis mit dem Glatzer Landeshauptmann Puta d. J. von Častolowitz.

Nachdem das Hussitentum im Glatzer Land keine Anhänger fand und das Glatzer Dekanat sich weiterhin zur Alten Kirche und damit zum Zittauer Domkapitel bekannte, beabsichtigen die Hussiten, sich der Stadt Glatz zu bemächtigen. Zu diesem Zweck schlugen sie im Dezember 1428 ein Lager bei Altwilmsdorf auf. Daraufhin zog Johann von Münsterberg zusammen mit Puta d. J., dessen Schwiegervater Albrecht von Kolditz und Wenzel II. von Troppau mit ihren schlesischen und Glatzer Heeren nach Altwilmsdorf, um das Hussitenlager anzugreifen. Bei den nachfolgenden Kämpfen, in denen die Hussiten siegreich waren, wurden Johann von Münsterberg sowie etwa 400 seiner Mitkämpfer getötet.

Bild: Die Schlacht am Roten Berge, Robert Hauk (gemeinfrei, public domain), Gemälde im Besitz des Museums des Glatzer Landes, obraz w posiadaniu Muzeum Ziemi Kłodzkiej
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Altwilmsdorf
Literatur: Arno Herzig, Małgorzata Ruchniewicz: Geschichte des Glatzer Landes (2006)
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Robert Hauk (geboren 1837 in Kaiserswalde/Lasówka bei Bad Reinerz/Duszniki-Zdrój, gestorben 1895 in Glatz/Kłodzko) war ein deutscher Maler und Autodidakt, von Beruf Förster, Teilnehmer am Preußisch-Österreichischen Krieg (1866) und am Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871).
Er praktizierte hauptsächlich Porträt- und religiöse Malerei. Sein bekanntestes Werk ist die Schlacht am Roten Berg, das sich heute in der Sammlung des Museums des Glatzer Landes befindet. Das Gemälde entstand 1894 auf Wunsch des Priesters Ernst Mandel (Prälat, Großdechant 1889-1901) aus Niederhannsdorf (Jaszkowa Dolna). Zuvor führte der Autor des Gemäldes in Prag eine spezielle siebenjährige Archivstudie über die Rüstungen der Hussiten und Schlesischen Ritter durch.

Das 196 × 126 cm große Monumentalgemälde zeigt die Schlacht von Altwilmsdorf (auch bekannt als Schlacht am Roten Berg), die am 27. Dezember 1428 während der Hussitenkriege zwischen den Hussiten und den schlesischen Rittern stattfand.
Die von Hauk dargestellte Szene spielt sich kurz nach Sonnenuntergang auf der Nordseite des Roten Berges ab, zu einem Zeitpunkt, als sich die Waage bereits zugunsten der Hussiten unter der Führung von Wysso und Giera neigt, die die Schlacht im Zentrum des Tabor anführen. Vor der Karawane steht der Münsterberger Herzog Johann I., der Anführer der schlesischen Ritter (er starb in der Schlacht), umringt von den Hussiten. Auf der rechten Seite kommt ihm ein kleiner Trupp mit einer Fahne zu Hilfe, der von Niklas Zedlitz von Alzenau befehligt wird. Auf der linken Seite zieht sich ein Teil des schlesischen Heeres zurück, was von den Hussiten vereitelt wird. Hinter der Flotte befinden sich Hussiten in Reserve. Vorne steht Heinze von Stosch, Befehlshaber der Armeen von Breslau und Schweidnitz, links im Hintergrund Georg von Czettritz. Links im Hintergrund hat Robert Hauk einen Umriss des Tals des Flusses Glatzer Neisse (Nysa Kłodzka) und das Dorf Rengersdorf (Krosnowice) dargestellt.
Das Gemälde wurde von dem Geistlichen Ernst Mandel, dem ersten Besitzer, in Auftrag gegeben und finanziert. Nach seinem Tod im Jahr 1901 gelangte das Gemälde in den Besitz von Wilhelm Hohaus, Mandels Nachfolger auf dem Posten des Großdechanten, und nach dessen Tod wurde es von Friedrich Müller, dem Besitzer des Gutes in Soritsch (Zagórze) bei Glatz, ersteigert. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Gemälde in den Räumen des Cepelia-Büros am Ring in Glatz (Kłodzko) und hing dort bis 1968, als es in die Sammlung des 1963 gegründeten Museum des Glatzer Landes überführt wurde.

Mit dem Tod des Johann von Münsterberg starb der piastische Zweig der Münsterberger Herzöge in männlicher Linie aus. Sein Herzogtum fiel als erledigtes Lehen an König Sigismund zurück, der es am 13. August 1429 seinem treuen Gefolgsmann Puta d. J. verpfändete.
Johanns Bestattungsort ist nicht bekannt. Zu seiner Ehre wurde an der vermuteten Stelle seines Todes (extern 50.41450N 16.6092E auf OSM) eine Gedenkkapelle (sog. Hussitenkapelle) in Niederaltwilmsdorf errichtet. Um 1800 wurde sie vom damaligen Grundstückseigentümer neu erbaut und vergrößert, musste jedoch beim Bau der Eisenbahnverbindung von Glatz nach Rückers niedergerissen werden. In den Jahren 1904–1905 wurde sie vom Rittergutsbesitzer Carl Müller unmittelbar neben den Bahngleisen im Stil des Neobarock nach Plänen des Architekten Leo Schneider neu errichtet. Das Deckenfresko der Kapelle stammt vom Historienmaler Wilhelm von Wörndle; es stellt den Tod des Herzogs dar.

Quellen:
https://pl.wikipedia.org/wiki/Robert_Hauk
https://pl.wikipedia.org/wiki/Bitwa_pod_Czerwoną_Górą_(obraz_Roberta_Hauka)
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_I._(Münsterberg)
https://de.wikipedia.org/wiki/Stary_Wielisław
Polnische Quellen übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

Hussitenkapelle in Niederaltwilmsdorf
Hussitenkapelle in Niederaltwilmsdorf zum Gedenken an Herzog Johann von Münsterberg
Foto: Wietek (public domain) auf Wikimedia

Deckenfresko der Hussitenkapelle
Deckenfresko der Hussitenkapelle, das den Tod des Herzogs darstellt
Foto: phantasma1958 auf polska-org.pl

 

 

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© 2021 by Dipl.-Ing. Christian Drescher, Wendeburg
Erste Version vom 27.12.2021, letzte Aktualisierung am 28.12.2021.