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Grafschaft Glatz > Organisationen > Arbeitsgemeinschaft Grafschaft Glatz > 23. AGG-Jahrestagung 2026 Die Grafschaft Glatz (Schlesien)Arbeit und Kontaktanschriften der Einrichtungen, Organisationen
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Arbeitsgemeinschaft Grafschaft Glatz |
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23. Jahrestagung 2025 in Münsteram 25./26. April 2026 im Franz-Hitze-HausZur 23. Jahrestagung der AGG am 25./26. April 2026 trafen sich 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Franz-Hitze-Haus zu Münster (und dort zum 21. Mal). Für den durch eine Familienfeier verhinderten Leiter der AGG, Prof. Dr. Klaus Hübner, übernahm Manfred Spata die Leitung der Tagung. Er begrüßte zunächst die Referenten: Prof. Dr. Arno Herzig, Prof. Dr. Michael Hirschfeld und Peter Becker, desweiteren den Präses des Heimatwerkes Grafschaft Glatz, Dr. Marius Linnenborn, den Leiter der Zentralstelle Grafschaft Glatz, Daniel Spitzer, und den neuen Vorsitzenden der Stiftung Grafschaft Glatz, Reinhard Elsner. ![]() Teilnehmer der AGG-Tagung 2026, von links: Christian Drescher (Stellv. Vorsitzender der Zentralstelle), Daniel Spitzer (Vorsitzender der Zentralstelle und Stellv. Vorsitzender der Stiftung), Ursula Holz (Vorstandsmitglied der Stiftung), Manfred Spata (Stellv. Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums), Reinhard Elsner (Vorstandsvorsitzender der Stiftung) (Foto: Anke Maria Spitzer) Zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder und Förderer der AGG seit der letzten Sitzung erhoben sich die Anwesenden: Prof. Dr. Christian Andree, Bianca Maria Prinz (geb. Wittig), Ludwig Adelt, Ursula Schindler, Christa Drescher und Annelies Meißner. Anschließend erwähnte Manfred Spata die besondere Würdigung der Heimatdichterin Monika Taubitz, die eine Verdienstmedaille „Merito de Wratislavia“ durch den Stadtpräsidenten von Breslau Jacek Sutryk erhalten hat (siehe Grafschafter Bote 8/2025, S. 3). Desweiteren erinnerte Manfred Spata an zwei bemerkenswerte, 100 Jahre zurück liegende Ereignsse in Glatz 1926: die Gründung des Jugendhofs Hassitz durch den Pädagogen Dr. Richard Poppe sowie ein spektakulärer Autounfall auf der Brücktorbrücke durch den Fahrer Franz Tschöke. Abschließend stellte er kurz den neuen „Literarischen Reiseführer Niederschlesien“ von der bekannten Schriftstellerin Roswitha Schieb, Potsdam 2025, vor, worin zahlreiche deutsche und polnische Autoren auch des Glatzer Landes der Leserschaft vorgestellt werden. ![]() Vortragende der AGG-Tagung 2026, von links: Prof. Dr. Arno Herzig, Manfred Spata, Prof. Dr. Michael Hirschfeld, Peter Becker (Foto: Ursula Jensen) Den Vortragsreigen eröffnete Prof. Dr. Arno Herzig (Hamburg) mit dem Thema Angelus Silesius. Der Cherubinische Wandersmann und Glatz. Der Breslauer Dichter Angelus Silesius (lat. = schlesischer Bote/Engel), mit bürgerlichem Namen Johannes Scheffler (1624- 1671), besuchte das Breslauer St. Elisabeth-Gymnasium. Nach dem frühen Tod seiner protestantischen wohlhabenden Eltern studierte er Medizin in Straßburg, Leiden und Padua, wo er 1648 zum Doktor der Philosophie und Medizin promoviert wurde. Nach Aufenthalten in Oels und Neisse wirkte Scheffler ab 1653 als Arzt in der St. Matthias-Kirche zu Breslau, wechselte als 28-Jähriger zur katholischen Konfession und nahm den Namen Angelus Silesius an. Nach seiner Konversion stellte er sich ganz in den Dienst der Gegenreformation Schlesiens, die von der Habsburgermonarchie betrieben wurde. Er trat als fanatischer Glaubenskrieger im Sinne des Barockkatholizismus auf, der eine Flut von polemischen Streitschriften gegen die Protestanten veröffentlichte. Aus dieser Zeit stammen einige Kirchenlieder, die zum Teil noch heute gesungen werden. Sein Hauptwerk, der Cherubinische Wandersmann (zweizeilige „geistliche Sinn- und Schlußreime“) erschien 1675 in einer erweiterten zweiten Ausgabe bei Ignatius Schubarth in Glatz (siehe Grafschafter Bote 12/2025, S. 12-13). Dort bestimmte der Jesuitenorden in der Nachfolge der Johanniter und der Augustiner Chorherren das religiöse und politische Leben und unterstützte katholische Druckschriften. Angelus Silesius verstarb im 53. Lebensjahr 1677 arm und zurückgezogen im St. Matthiasstift zu Breslau, wo er auch begraben wurde; seit 1999 erinnert am Eingang der Matthias-Kirche eine erneuerte Steintafel an den Dichter Angelus Silesius. ![]() Gedenktafel für Angelus Silesius am Eingang der St.-Matthias-Stiftskirche 2024 (Foto: Manfred Spata) Den zweiten Vortrag des Nachmittags bestritt Prof. Dr. Michael Hirschfeld (Vechta) mit dem Thema In der Fremde. Kulturschaffende aus der Grafschaft Glatz nach 1946. Den Begriff Kulturschaffende versteht der Referent in einem umspannenden Sinn, bedenkt also Maler, Musiker und Künstler. Hätte es nach der Vertreibung eine Rubrik „Neu, Fuß gefaßt“ gegeben, wären Künstler aus der Grafschaft Glatz weniger zu finden gewesen. Lediglich in den Grafschaft Glatzer Heimatblättern (GGHB) sowie vereinzelt im Grafschafter Boten und im Jahrbuch „Häämtebärnla“ wurden einige weniger bekannte Persönlichkeiten aufgeführt. Eine bedeutende Künstlergilde aus der Grafschaft Glatz konnte sich nach 1945 nicht etablieren. Seit Herbst 1949 veröffentlichten die GGHB die Begegnung mit einigen Grafschafter Künstlern im Rahmen der Serie „Zu Gast bei …“: Im dritten Vortrag stellte Manfred Spata die geographische Übersichtskarte des Riesengebirges und der Grafschaft Glatz des Militärkartographen Karl Friedrich Wilhelm Freiherr von Diebitsch vor. Die heute seltene Lithographie wurde im Breslauer Verlag Carl Hentze 1820 gedruckt. Der Referent erhielt für seine Kartenanalyse das Digitalisat der Diebitsch-Karte vom Glatzer Museumsleiter Christoph Miszkiewicz; weitere Oiginale befinden sich in den Nationalbibliotheken in Breslau und Prag, aber nicht in Berlin. Der Kartenautor Diebitsch strebte an, in seiner Kartenzeichnung die mittelsudetische Kulturlandschaft zwischen Görlitz und Jauernig mit einem Geländerelief und Gewässernetz sowie mit allen Siedlungen, Verkehrswegen und Produktionsstätten so genau wie möglich zu erfassen. Dazu bediente er sich der Hilfe anderer Forscher und Kartographen, u. a. des Naturwissenschaftlers Adolf Traugott von Gersdorff, des Wölfelsdorfer Pfarrers Ignaz Seeliger, des Kupferstechers Franz Ludwig Güssefeld im Nürnberger Verlag Homanns Erben, des preußischen Ingenieurgeographen und Plankammerinspektors Daniel Gottlob Reymann sowie des preußischen Kartographen Friedrich Wilhelm Streit. Diese Diebitsch-Karte mit den stattlichen Maßen von 109 mal 135 Zentimeter und einem Maßstab von 1:121.000 enthält auch für das Glatzer Bergland eine Fülle an topographischen Informationen, insbesondere Orts- und Flussnamen; sie war lange Jahre in der Heimatliteratur der Grafschaft Glatz bekannt und wurde erst nach 1860 durch die Militäraufnahme der Messtischblätter ersetzt. ![]() Ausschnitt Grafschaft Glatz der Diebitsch-Karte 1820 (Muzeum Ziemi Kłodzkiej) Nach den Vorträgen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Kapelle des Franz-Hitze-Hauses zur gemeinsamen Hl. Messfeier zusammen. Der Zelebrant Dr. Marius Linnenborn ging in seiner Predigt auf das Tagesevangelium von Jesus als dem guten Hirten ein. Nach dem Abendessen klang der Tag bei einem geselligen Beisammensein aus. Am Sonntagmorgen eröffnete Peter Becker (Berlin) den zweiten Teil der Tagung mit dem Vortrag Joseph Grolms (1791-1858) – ein erfolgreicher Kaufmann in Glatz und Altheide. Bei einem längeren Aufenthalt in Altheide-Bad hatte der Redner zufällig einen Nachfahren, Wolfram Grolms, kennengelernt, der auf der Suche nach einem Denkmal seines Vorfahren Joseph Grolms war. Da erwachte bei unserem Referenten die historische Neugier und er machte sich auf die Spurensuche nach dem Kaufmann Joseph Grolms. Durch diesen war der Kurbetrieb in Altheide in Gang gekommen. Er hatte 1827 Grundstücke von den Nachfahren des Friedrich Wilhelm Graf von Reden erworben und im Jahr darauf ein hölzernes Badehaus mit Badewannen für Kohlensäurebäder aufgestellt. Wer war dieser Joseph Grolms? Er wurde 1791 in Marienthal getauft. Am 29. Mai 1819 zog es ihn nach Glatz, wo er sich in der Folgezeit erfolgreich als Kaufmann betätigte; davon zeugen seine Handelskontakte bis nach Glogau und Stettin. 1849 wurde er erster Präsident der im selben Jahr in Glatz gegründeten Handelskammer. Ebenfalls wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Er verstarb plötzlich auf einer Besuchsreise 1852 in Ottmachau. Für den Referenten bleiben trotz umfangreicher Archivrecherchen eine Reihe von Fragen offen: Wo ist Joseph Grolms beigesetzt? Gibt es von ihm ein Bild oder Porträt? Was wurde aus den drei Kindern seiner Witwe Franke? Bisher läßt sich nur feststellen: Es gibt in Altheide-Bad kein Denkmal von ihm - ein stadtgeschichtliches Desiderat! Unter dem Tagesordnungspunkt Rückblick und Ausblick ergriff nochmals der Tagungsleiter Manfred Spata das Wort und gab einen Überblick über 25 Jahre AGG, gegründet 2001 von Dr. Dieter Pohl (Köln), über die 23 Jahrestreffen (2 Treffen fielen Corona-bedingt aus) und die 25 Jahrgänge der AGG-Mitteilungen, die in über 30 öffentlichen Bibliotheken geführt werden. Was die Zukunft der Arbeitsgemeinschaft anbelangt, war die einhellige Meinung der Versammlung, sie in dem bisherigen Format und am selben Tagungsort eigenständig weiterzuführen. Peter Becker unterstrich die Notwendigkeit, das eher abstrakte Thema der „Grafschaft Glatz“ (vor 1946) inhaltlich durch aktuelle Ereignisse (nach 1946) sowie bemerkenswerte, also öffentlichkeitswirksame Maßnahmen auf Dauer für jüngere Landsleute anschaulich und für Medien lohnend zu gestalten. Dazu können z.B. gehören: Gemeinsame Projekte Deutschland – Polen, die sich mit der Grafschaft Glatz beschäftigen (z. B. 2028: vor 600 Jahren Schlacht am Roten Berg); landeskundliche Themen in Zusammenarbeit mit Hochschulen in beiden Ländern (z. B. Studienprojekte im Rahmen von EU-Förderprogrammen). Denn über solche Projekte wird in Medien berichtet, also Öffentlichkeit hergestellt. Weiterhin könnte ein Wissenschaftspreis der Grafschaft Glatz für entsprechende Arbeiten ausgelobt werden (z. B. „Kulturpreis Grafschaft Glatz“), dessen Finanzierung von den Grafschafter Gremien angedacht werden sollte. Am Ende der Tagung bedankte sich Manfred Spata bei den Referenten und bei Gerald Doppmeier für die gelungene Organisation der Veranstaltung. Die Anwesenden erwiderten ihren Dank an Manfred Spata und Gerald Doppmeier für die umsichtige Leitung der Tagung. Übrigens: den Bericht über den Autounfall in Glatz 1926 verdanken wir Henryk Grzybowski. Die Beiträge können demnächst in den AGG-Mitteilungen Nr. 25 nachgelesen werden. Die Planung der nächsten Tagung am 24./25. April 2027 in Münster hat inzwischen begonnen. Von Georg Jäschke |
Einladung zur23. AGG-Jahrestagung 2026 in Münsteram 25./26. April 2026 im Franz-Hitze-Haus |
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Am 25./26. April 2026 (Samstagnachmittag/Sonntagvormittag) findet in Münster (Franz-Hitze-Haus) die diesjährige Tagung der Arbeitsgemeinschaft Grafschaft Glatz – Kultur und Geschichte – statt. Folgende Vorträge sind vorgesehen:
Gäste sind willkommen, vorherige Anmeldung ist erforderlich. |
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© 2026 by Dipl.-Ing. Christian Drescher, Wendeburg
Erste Version vom 22.02.2026, letzte Aktualisierung am 07.05.2026.